Am 06. Mai starteten wir morgens um 8 Uhr mit zahlreichen gutgelaunten Seniorinnen und Senioren zu unserem Ausflug an den Niederrhein. Unser Ziel war das Spargelzelt auf dem Spargelhof Schippers in Alpen, in der Nähe von Xanten. Auf dem Spargelhof angekommen, wurden wir freundlich empfangen und warteten bei Getränken auf unser Spargelsatt-Büfett. Wir saßen dort in einem großen, sehr gemütlichen Zelt. Obwohl an diesem Tag noch vier weitere Busse ankamen, blieb es insgesamt sehr harmonisch und geruhsam. Pünktlich um 11:30 Uhr wurde das Spargel Büfett eröffnet. Spargelsuppe, frischer Spargel, gekochter/roher Schinken, kleine Schweine- und Hähnchenschnitzel, Geschnetzeltes, Kartoffeln und Kartoffelgratin. Das Herzstück des Büfetts war zweifellos der erntefrische Spargel von hervorragender Qualität, der allen sehr gut schmeckte. Den Abschluss bildeten die hausgemachten Desserts. Zwei verschiedene luftige Cremes mit fruchtigem Rhabarber- Erdbeerkompott. Es war alles ein Genuss. Außerdem konnte man im Hofladen frischen und leckeren Spargel kaufen, wovon einige gerne Gebrauch machten und sich etwas für zu Hause mitnahmen. Nach dem köstlichen Essen ging die Fahrt weiter zum Kloster Kamp nach Kamp-Lintfort. In der beeindruckenden Klosteranlage erwartete uns eine einstündige Führung. Das Kloster wurde 1123 gegründet und war das erste Zisterzienserkloster im damaligen deutschsprachigen Raum. Die letzten Karmeliter verließen das Kloster im Jahr 2002. Das Kloster Kamp ist heute kein Kloster mehr, sondern wird ab 2003 als geistiges, kulturelles Zentrum betrieben und lädt mit den Terrassengärten sowie der barocken Klosterkirche Besucher an den Niederrhein. Es gibt Veranstaltungen, Lesungen, Gottesdienste (sehr gut besucht) und Hochzeitsfeiern und vieles mehr. Es finanziert sich zu 60% selbst und 40% über das Bistum Münster. Die Klosterkirche verfügt über schlichte, ornamentlose Fenster, lediglich das erneuerte Fenster hinter dem Altar ist mit dekorativen Elementen gestaltet. Das Orgelgehäuse ist noch ursprünglich. Es wurde um 1720/1722 aus massivem Eichenholz gefertigt und ist ein kunstvolles Werk, das die Zeit überdauert hat. Die Orgel steht auf einer prachtvollen Empore. Die Brüstung ist original erhalten und aus Eichenholz gefertigt. Sie zeichnet sich durch geschnitzte Füllungen und einem Geländer aus, das mit Schnitzereien von Weinlaub und Rosen verziert ist. Bei einem anschließendem Kaffeetrinken mit leckerem selbstgebackenem Kuchen im Spenden-Café Kloster Kamp, saßen wir in geselliger Runde gemütlich zusammen. Anschließend bestand die Möglichkeit, die Klostergärten zu besichtigen. Der barocke Terrassengarten wurde ab 1986 von der Stadt Kamp-Lintfort nach dem Vorbild eines Kupferstichs von 1747 neu aufgebaut. 1990 wurde der Garten wiedereröffnet. Die Gartenanlage wurde 2004/2005 als herausragendes Beispiel in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen. Die vier Terrassen sind mit Obstspalieren, Taxuspyramiden und Weinreben gegliedert. Mittig verbindet die „Schöne Treppe“ die verschiedenen Ebenen. Der Alte Garten wurde nach historischem Vorbild als Blumen- und Nutzgarten mit einem Springbrunnen wieder angelegt. Der Kräutergarten wurde 2012 neu angelegt und bietet Würz- und Heilkräuter nach den strengen Vorgaben Hildegard von Bingen. Er wurde zu einem der „50 schönsten Gärten 2016“ gekürt. Auch ein angrenzender Weinberg wird noch gepflegt, die Reben dienen allerdings lediglich für Kuchen, nicht mehr zur Weinherstellung. Im Jahr 2020 fand im Klostergarten sowie auf dem ehemaligen Bergwerksgelände der Schachtanlage Friedrich Heinrich die Landesgartenschau Kamp-Lintfort statt. Im Gewölbekeller des Klosters Kamp war die aktuelle Ausstellung „Der Konvent der Bosse“ (5 Äbte aus 7 Jahrhunderten) zu sehen. Großformatige Marionetten anlässlich des 900-jährigen Jubiläums. Im Nebenraum schwebten 16 weitere Marionetten auf Stelen. Ein Flaschengeist aus einer Wunderlampe, Schneider Wibbel, Till, Froschkönig, Geiger, Flötenspieler, Eisverkäufer und einige andere. Die Ausstellung ist noch bis 01. November 2026 zu sehen. Und nach all den Eindrücken führte der Weg schließlich wieder zurück nach Langenfeld. Trotz des regnerischen Wetters hat allen der Ausflug viel Freude bereitet. Text und Fotos: Petra Clemens
